
Ziel unseres Früherkennungstest-Programms für Prostatakrebs ist es, einen urinbasierten Früherkennungstest für Männer über 50 zu entwickeln, der spezifischer ist als der derzeit meist verwendete PSA-Test („Prostata-spezifisches Antigen”) oder der als Folgeuntersuchung für Männer mit einem erhöhten PSA-Wert von 2,5 ng/ml oder mehr eingesetzt werden kann. PSA ist ein Tumormarker mit moderater Spezifität, der also auch bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen der Prostata erhöht ist. Dies führt zu Angst bei den Betroffenen, wiederholtes Testen von PSA, einer Vielzahl von unnötigen Biopsien bei Männern ohne Prostatakrebs und zusätzlichen Kosten durch diese Folgeuntersuchungen.
Im Dezember 2006 konnten wir in einer ersten Studie auf Blutplasma und Urin von Prostatakrebs-Patienten und gesunden Probanden zeigen, dass der Nachweis eines einzelnen unserer Biomarker Prostatakrebs mit einer Sensitivität von bis zu 74% bei einer Spezifität von 96% (d. h. nur 4% falsch-positive Ergebnisse) in Urin nachweisen kann. Die Studie zeigte zudem, dass Urin der bessere Probentyp für den Nachweis von Prostatakrebs mittels DNA-Methylierungs-Biomarkern ist. Im September 2007 konnten wir in einer weiteren Studie auf prospektiv gesammelten Urinproben die Machbarkeit eines Urintests für Prostatakrebs bestätigen. Es ist unsere Absicht, unser Biomarkerpanel weiter zu optimieren. Dabei konzentrieren wir uns auf Biomarker, die eine bessere Unterscheidung von Prostatakrebs von gutartigen Veränderungen der Prostata ermöglichen. Hier haben wir eine Vielzahl neuer Biomarker identifiziert. Von diesen konnten wir 26 in einer umfassenderen Studie auf Gewebeproben bestätigen, von denen einige spezifisch zwischen Prostatakrebs und gutartigen Erkrankungen der Prostata, wie BPH (benigne Prostatahyperplasie) unterscheiden konnten. Diese Biomarker habe das Potenzial die diagnostische Spezifität des derzeit am besten charakterisierten DNA-Methylierungs-Biomarker für Prostatakrebs, GSTP1, zu steigern. Wir werden nun die analytische Leistungsfähigkeit der PCR-Assays weiter verbessern und die vielversprechensten Biomarkerkandidaten in einer klinischen Studie mit Urinproben untersuchen.
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